Skip to main navigation

Entrepreneur des Jahres - Sieger und Finalisten - Die Sieger 2009 - IBC Solar AG - Ernst & Young - Deutschland

Udo Möhrstedt, IBC Solar AG, Bad Staffelstein

„Entrepreneur des Jahres 2009“ in der Kategorie Handel

Mit IBC Solar schafft Udo Möhrstedt nicht nur ein funktionierendes Vertriebsnetz für Solaranlagen, sondern in den 80er und 90er Jahren auch die Infrastrukturen für den entstehenden Markt rund um die Sonnenenergie. Für diese Leistung und sein großes unternehmerisches Engagement wird Udo Möhrstedt mit dem Titel „Entrepreneur des Jahres 2009“ in der Kategorie Handel ausgezeichnet.


Der Entrepreneur

Udo Möhrstedt gilt als mitreißender Redner und setzt daher auf eingängige Bilder: „In 20 Minuten strahlt die Sonne mehr Energie auf die Erde als die gesamte Menschheit in einem Jahr verbraucht“, sagt der Physiker – und legt so den Schluss nahe, diese Ressource zu nutzen. Seit knapp 30 Jahren liefert er zu solchen Argumenten noch die Technik, um auf Hausdächern, Feldern oder in den Bergen Sonnenenergie zu tanken. Als er 1982 seine leitende Position bei Batteriehersteller Varta aufgab und in Bad Staffelstein das Ingenieurbüro IBC Solartechnik gründete, existierte kein Markt dafür. „Es gab weder Informationen über die Photovoltaik, noch Produkte und Lieferanten“, erzählt Möhrstedt. Ziel war es von Anfang an, möglichst vielen Verbrauchern Solarstrom bekannt zu machen. Deshalb kümmerte er sich nicht nur ums Geschäft, sondern warb unter Politikern für Sonnenenergie und platzierte Anlagen an exponierten Stellen, wo sie zum Strom noch Aufmerksamkeit lieferten: in den Alpen etwa, auf Schulen und Krankenhäusern in Deutschland, Malaysia, Afrika oder am Goethe-Institut Bangalore. So wuchs aus dem Ein-Mann-Büro ein weit verzweigtes Vertriebsnetz für Solartechnik, eine Fondsgesellschaft für deren Finanzierung und ein international agierendes Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern. Die schätzen ein offenes Klima und die Entscheidungsfreiheit, die der Chef ihnen gewährt. Mit Stolz kann dieser berichten, dass die Fluktuation im Personalbereich unter einem Prozent liegt.


Die Innovation

„Ausgangspunkt war die Frage, wie man eine Batterie ohne Stromnetz laden könnte“, beschreibt Möhrstedt die Anfänge der IBC Solartechnik. In Japan findet er erste Photovoltaik-Module und konstruiert dazu einen Solar-Laderegler für Batterien. Das wird zum Prinzip seiner Firma: Statt Solartechnik zu entwickeln, stellt der Physiker verfügbare Technologien zu Anlagen für unterschiedliche Bedürfnisse zusammen und schafft mit „Solarstrom-Anlagen von der Stange“ die Infrastruktur für den neuen Markt. Er findet erste Kunden und begeistert Händler, die Systeme zu vertreiben. Um Vorbehalte gegen die neue Energie auszuräumen, startet er drei Jahre nach Gründung eine Informationsoffensive: In Symposien stellt er die Möglichkeiten der neuen Energie dar und demonstriert in Seminaren die Montage der Technik. Das Interesse wächst auf allen Seiten, Veranstaltungen wie das Photovoltaik-Symposium etablieren sich als Branchen-Treffen, die heute noch die Fachwelt anziehen. Möhrstedt beginnt, Investorengelder in Fonds zu sammeln und zu den Anlagen- auch Finanzierungskonzepte zu liefern: Noch ein Schritt auf dem Weg, „besseren, sauberen und zuverlässigeren Strom zu gewinnen mit der gigantischen Energiequelle Sonne“.

Das Wachstum

„Der Kundenkreis war sehr klein und setzte sich aus extrem ökologisch orientierten Menschen zusammen“, erinnert sich Möhrstedt an Anfangszeiten. Zunächst konstruiert er Insellösungen für Nutzer ohne Zugang zum Strom. Neben Hausbauern interessieren sich Camper, Segler, später auch die Betreiber von Bohrinseln oder die Verantwortlichen der Verkehrsüberwachung für seine Lösungen. Doch die Zeit arbeitet für den Ingenieur und sein Unternehmen: Auf eine Ölkrise folgt 1986 das Unglück im Atomkraftwerk Tschernobyl, Verbraucher suchen für Energiefragen nach neuen Antworten. 1989 öffnet die Politik mit dem Einspeisegesetz das öffentliche Stromnetz. Bayern schwenkt mit dem 100.000-Dächer-Programm auf Solarenergie um. Und seit den 90er Jahren werden die Energielieferungen auch kleinster Produzenten vergütet. „Damit kam der Durchbruch“, berichtet Möhrstedt. Er ergänzt seinen Vertrieb um eine Fertigung von Solarmodulen und Wechselrichtern, die heute die Grundlage der IBC-Marke Megaline bilden. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz und die Vergütungsgarantie waren der Beginn einer Marktexplosion, die auch der IBC-Gruppe ein kontinuierliches Wachstum bescherte. Das lässt sich auch an den Zahlen ablesen: Bis heute hat IBC Solar über 60.000 Anlagen und Solarparks installiert und beschäftigt mehr als 250 Mitarbeiter. 759 Millionen Euro Umsatz weisen die Bücher 2008 aus, 2009 soll die Milliarden-Marke erreicht sein. Der Entrepreneur ist auf mehr Wachstum eingerichtet: Seit 2000 firmiert IBC als IBC Solar Aktiengesellschaft und hat sieben Töchter in Europa, den USA und Asien gegründet.

Die Vision

„Der Handelsvertrieb ist der wichtigste Vertriebsweg für IBC Solar“, erläutert Möhrstedt. „Neben Modulen und Komponenten namhafter Hersteller vertreibt IBC Solar eine eigene Produktlinie.“ Ziel ist die Marktführerschaft als Systemanbieter für Sonnenstromanlagen, und das nicht nur auf dem Heimatmarkt, sondern in Europa und auf Weltmärkten. Das deutsche Modell der Einspeisevergütung für Photovoltaik-Anlagen setzt sich auch im Ausland durch. Die weitere Internationalisierung soll daher die Geschäfte von IBC Solar beflügeln. Sie enthält eine soziale Komponente, die Möhrstedt sehr am Herzen liegt: „Drei Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu Strom, ihnen möchten wir eine friedliche und zukunftsfähige Energieversorgung mit Strom ermöglichen, denn Strom ermöglicht Bildung und sichert Lebensqualität.“ Als Unternehmer will er sich dabei nicht nur auf Subventionen verlassen. Bis 2013, rechnet er, könnte Sonnenenergie so viel kosten wie konventionelle Energien. Dies würde den Bedarf ebenso steigern wie die beginnende Elektrifizierung des Straßenverkehrs. „Sonnenenergie ist nicht nur umweltfreundlich und konfliktfrei, sondern nahezu unbegrenzt verfügbar und damit auch in Zukunft eine dauerhafte Energiequelle“, sagt Möhrstedt: „Wenn alle nach Süden ausgerichteten Dächer Deutschlands mit Sonnen-Paneelen ausgestattet wären, könnte man damit heute mehr Strom gewinnen als verbraucht wird.“ Bis es soweit ist, wird Möhrstedt noch viel Überzeugungskraft aufwenden.

IBC Solar AG, Bad Staffelstein

Die Aktiengesellschaft geht aus dem Ingenieurbüro IBC Solartechnik hervor und vertreibt Solarsysteme, die teilweise aus eigener Fertigung stammen, sowie Fonds zur Finanzierung dieser Technik. IBC Solar agiert weltweit, verfügt über sieben Standorte in Europa, Malaysia und den USA. Für das Unternehmen aus Bad Staffelstein arbeiten mehr als 250 Angestellte, sie erwirtschafteten 2008 einen Umsatz von 759 Millionen Euro.

Environment

Ernst & Young Online

Erfahren Sie mehr
Erfahren Sie mehr

Return to Login

 
Back to top